Herforder Münsterkirche Westseite a - Foto Johannes Beer

Das Herforder Münster ist der erste westfälische Hallengroßbau, der dem Range nach mit den Dombauten in Paderborn, Münster und Osnabrück in einer Reihe steht und prägend für die Baugeschichte des Landes war. Zugleich gilt die Münsterkirche als einziger Hallengroßbau in spätromanischen Bauformen. Sie war seit ihrer Gründung 789 durch den sächsischen Edelmann Waltger zugleich Stifts- und Pfarrkirche. Das Kloster stand unter kaiserlichem Schutz und wurde dem Benediktinerinnenkloster Soissons zur Seite gestellt. Ab ca. 1220 entstand unter der Äbtissin Gertrud zur Lippe (die Äbtissin des Herforder Stifts zählte in ihrer reichs- und papstunmittelbaren Stellung zu den mächtigsten Frauen des deutschen Reiches) der heutige Kirchenbau im Übergangsstil von romanischen zu gotischen Bauformen. Die darin gepflegte Kirchenmusik hat seit den Zeiten des Stiftes (gegr. Ende des 8. Jahrhunderts n.Chr.) eine lange Tradition. Schon in vorreformatorischer Zeit waren die Ämter des Kantors (anfangs zugleich Rektor der kirchlichen Lateinschule) und des Organisten (zugleich Rechnungsführer des Stiftes) getrennt. Die Zusammenlegung erfolgte erst 1979 mit der Errichtung einer A-Stelle als Münsterkantor und Organist. Im sogenannten Kantorhaus (erbaut 1484-94), zugleich dem zweitältesten Fachwerkhaus ganz Westfalens, am Münsterkirchplatz 2 wohnen seit langer Zeit die Organisten. Es ist noch heute die Dienstwohnung des Stelleninhabers. Seit Juli 2002 versieht Stefan Kagl das Amt des Kantors und Organisten am Münster.

Kirche außen HDR