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Kirchenmusik im Münster zu Herford – Orgeln im Münster – |
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So präsentierte sich die große Orgel im Herforder Münster aus musikalischer Sicht als ein Konglomerat aus vier ähnlich neobarock disponierten Werken mit einem unvollkommenen, schwellbaren Brustwerk. Das Fehlen von fis3 und g3 in den Manualen II, III und IV und das Auftreten von Verschleißerscheinungen und eklatanten Sicherheitsmängeln, besonders in der gesamten Elektrik des Instrumentes aus den Jahren 1949/50 ließen Gedanken an eine technische Instandsetzung aufkommen. So entstanden im Laufe der Jahre auf Initiative von Münsterkantor Stefan Kagl in Zusammenarbeit mit zahlreichen konzertierenden Gastorganisten Pläne, das Instrument technisch und musikalisch zu überarbeiten. Eine Generalreinigung, ein kompletter Austausch der elektrischen Anlagen samt allen Kontakten und Magneten und die Umstellung auf 24 Volt sowie der Ausbau aller Manuale bis g3 waren der Ausgangspunkt der Überlegungen. Die Klangsubstanz der Orgel sollte, bis auf zwei sehr hohe Mixturen aus den 60er Jahren erhalten bleiben. So wurden behutsam Register innerhalb der Manuale getauscht, gerückt oder umintoniert, ganz oder teilweise neu gebaut, um die klanglichen und musikalischen Möglichkeiten des Instruments zu erweitern. Die Renovierung der Orgel ist seit September 2006 abgeschlossen. Die Orgel präsentiert sich nun in neuer, strahlender Klangfülle.
Die Schwalbennestorgel (auch Heinrich-Schütz-Orgel oder Zuberbier-Ott-Orgel genannt) an der Nordwand im hohen Chor des Herforder Münsters hat eine wechselvolle Lebensgeschichte. Der Prospekt (ohne Pfeifen) sowie Teile des Gehäuses und die Hauptwerkslade stammen aus einer 1756 von Johann Andreas Zuberbier für die Pfarrkirche in Friedewalde erbauten Orgel mit einem Manual und 9 Registern und angehängtem Pedal. Ungefähr 100 Jahre später wird die Orgel nach Südhemmern transferiert und in der Folgezeit im romantischen Sinne umdisponiert. 1949 wurde die Windlade und der Prospekt nach Herford verkauft, wo Paul Ott 1953 daraus eine neue Orgel mit 21 Registern, verteilt auf 2 Manualen und Pedal erstellte. Laut Angaben von Prof. Dr. Arno Schönstedt, des damaligen Münsterorganisten, haben die ehemaligen Mitarbeiter Otts, die Orgelbauer Ahrend und Brunzema die Intonation vorgenommen. Zur Zeit bedarf diese Orgel dringend einer grundlegenden Restaurierung. Im Münster befinden sich noch drei weitere Orgelpositive: Auf der Musikempore ein Instrument von Paul Ott, 1953 (Gedackt 8`, Rohrflöte 4´, Prinzipal 2´, Quinte 1 1/3´, Holzregal 8´ mit geteilten Registerzügen), ein Positiv der Firma Steinmann an der Brüstung zur Taufkapelle (Gedeckt 8´, Rohrflöte 4´, Prinzipal 2´, Quinte 1 1/3´) und für die Continuobegleitung eine Truhenorgel mit Holzgedackt 8´ und Transponiereinrichtung.
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Jean Langlais „Centenary Celebration 1907-2007“ |
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© HERFORDER MÜNSTERCHOR Stefan Kagl |
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