Herforder Münsterchor
Kantorei Bad Kissingen
Edward Elgar   -   THE KINGDOM

– Lebenslauf –

Sir Edward William Elgar (1857 – 1934) wurde in seiner britischen Heimat gefeiert wie kein anderer einheimischer Komponist seit Henry Purcell 200 Jahre zuvor. Er wurde geadelt und von sieben Universitäten zum Ehrendoktor ernannt. Auf dem europäischen Kontinent blieb sein Ruhm begrenzt.
Das Violincellokonzert und die “Enigma-Variationen” weisen ihn als sinfonisch kompetenten und mit großem Klangsinn begabten Musiker aus, doch hauptsächlich verbindet man mit seinem Namen den ungeheuer populären Marsch Nr. 1 „Pomp and Circumstance“. Ohne ihn sind die ‘London Proms’ nicht denkbar.

Edward Elgar wurde am 2. Juni 1857 in Broadheath in der Nähe von Worcester im Westen Englands geboren. Sein Vater besaß ein Musikgeschäft, war Klavierstimmer, Organist und Amateurgeiger. Edward, der in diesem musikalisch geprägten Umfeld groß wurde, bekam im Alter von 7 Jahren ersten Klavier- und Violinenunterricht durch seinen Vater.
Im Alter von 15 Jahren verließ er die Schule. Er hätte gerne in Leipzig Musik studiert, was aber nicht möglich war. Ein Jahr lang arbeitete er in einem Notariat, träumte jedoch immer davon, zu komponieren und schrieb deshalb für kleinere Aufführungen in der Umgebung. Mit Ensembles und Orchestern aus der Gegend sammelte Elgar Aufführungserfahrung. Mit 16 war er bereits gut genug, um als Geiger und durch Violinenunterricht seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zudem spielte er Orgel an der katholischen St. Georgs Kirche in Worcester.

1889 heiratete Elgar seine Schülerin Alice Roberts, die ihren Mann in seinem kompositorischen Wirken beständig unterstützte und ihr eigenes Schaffen als Schriftstellerin für ihn zurückstellte. Zusammen zogen die Elgars nach London. Als der erhoffte Erfolg auch dort ausblieb mussten sie jedoch zwei Jahre später nach Malvern zurückkehren.
Reisen in das kontinentale Europa, u.a. 1892 und 1893 nach Bayreuth und München, beeinflussten seine Musik in hohem Maße. So ist z.B. der Einfluss der Leitmotivik Richards Wagners in Elgars Arbeiten deutlich zu erkennen.
Werke wie die “Froissart Ouverture” (1890), der “Imperial March” (1897) und die Kantaten “King Olaf” (1896) und “Caractacus” (1898) trugen zwar dazu bei, dass sich Elgars Ruf über die Gegend unmittelbar um seine Heimat bei Worcestershire hinaus ausbreitete, reichten aber nicht dazu aus, dass er in der britischen Musikwelt als Komponist anerkannt wurde.
Erst die “Enigma Variations”, mit deren Uraufführung er 1899 in London zu einer nationalen Größe wurde, verhalfen Elgar zum Durchbruch als anerkannter Komponist. Ein Jahr später festigte er seinen Ruf mit dem Oratorium “The Dream of Gerontius”. Es wurde beim Birmingham Festival – im 19. Jahrhundert eines des bedeutendsten Festspiele seiner Art - uraufgeführt.
Zwei weitere Oratorien – die ebenfalls beim Birmingham Festival uraufgeführt wurden – folgten: “The Apostles” im Jahr 1903 und beim nächsten Festival 1906 “The Kingdom”. Mit einem dritten Oratorium “The Last Judgement” wollte Elgar ursprünglich seine musikalische Trilogie über das Neue Testament vollenden. Er schrieb dazu an seine Verleger: „Den abschließenden Teil können Sie später jederzeit haben.“ Bedingt durch seine Krankheiten war er später jedoch nicht mehr in der Lage, dieses Werk zu vervollständigen.

Den Höhepunkt Edward Elgars kompositorischen Schaffens bildeten die zwei Jahrzehnte nach der Jahrhundertwende. In dieser Zeit entstanden die beiden Symphonien (1908 und 1911), ein Violinkonzert (1910), zwei schwungvolle Konzertouvertüren: “Cockaigne” und “In the South” (1901 und 1904) und die vier sehr beliebten Märsche “Pomp and Circumstance” (1901–1907, ein fünfter folgte 1931).

Im Juli 1904 wurde Elgar von König Edward VII geadelt. Inzwischen wurden Elgars Werke sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten aufgeführt.
In der Zeit von 1905 bis 1908 lehrte der Autodidakt als Musikprofessor an der Universität von Birmingham.
In der Zeit des ersten Weltkriegs schrieb Edward Elgar nur wenige größere Stücke.
1918 - 1919 erschienen seine drei kammermusikalischen Werke und 1919 das Cellokonzert e-moll.
Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1920 komponierte Edward Elgar kaum noch. Er lebte zurückgezogen auf dem Land. Hinzu kam, dass sein Kompositionsstil in den zwanziger Jahren als altmodisch angesehen wurde. Trotzdem wurde er 1924 zum ‘Master of the King's Musick’ ernannt und 1931 zum ‘1st Baronet of Broadheath’ geadelt.
Ende der 20er Jahre begann Elgar noch einmal mit der Arbeit an einigen größeren Werken, u.a. an einer Oper “The Spanish Lady” und der 3. Symphonie. Diese blieben jedoch so wie der dritte Teil der Oratorien-Trilogie “The Apostles”, “The Kingdom” und “The Last Judgement” unvollendet.
Edward Elgar starb am 23. Februar 1934.

Ein ausführlicher Lebenslauf findet sich auf den Seiten der Elgar Society
 

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